Gearbest – lohnt sich billig einkaufen? Ihre Erfahrungen
Wenn Sie hier gelandet sind, weil Sie nach „Gearbest Erfahrungen“, „Ist Gearbest sicher?“ oder „lohnt sich Gearbest noch?“ gesucht haben, ist die kurze Antwort wichtig genug, um sie gleich vorwegzunehmen: Den Gearbest-Shop, den Sie vielleicht aus den 2010er-Jahren kennen, gibt es in seiner damaligen Form nicht mehr. Das ursprüngliche Unternehmen ist in die Insolvenz gegangen, und was heute unter diesem Namen im Umlauf ist, ist ein anderes und riskantes Gebilde. Im Folgenden erklären wir Ihnen sachlich, was Gearbest war, was gut lief, was nicht, was mit dem Shop passiert ist und womit Sie rechnen müssen, falls Sie heute auf die aktuelle Seite stoßen.
Was Gearbest einmal war
Gearbest war einer der größten chinesischen Cross-Border-Shops und auf Elektronik und Gadgets spezialisiert. Die Marke gehörte zum Unternehmen Shenzhen Globalegrow E-Commerce und war ungefähr zwischen 2013 und 2020 sehr beliebt. Bekannt war die Seite vor allem für günstige Smartphones, Gadgets, Zubehör, Drohnen und allerlei elektronische Produkte, die man direkt aus Asien bestellen konnte.
Für viele Käufer in Europa, auch in Deutschland, war Gearbest eine verlockende Alternative zu den lokalen Händlern – gerade weil die Preise theoretisch direkt von den chinesischen Herstellern kamen.
Die Vorteile in der Blütezeit
In den besten Jahren hatte Gearbest einige echte Stärken, die seine Beliebtheit erklären:
- Sehr niedrige Preise, weil die Produkte direkt von Herstellern in China kamen.
- Ein riesiger Katalog mit einer sehr breiten Auswahl an Elektronik und Zubehör.
- Häufige „Flash-Sale“-Aktionen (Blitzangebote) und Rabattgutscheine.
Für einen geduldigen und aufmerksamen Käufer, der ein Gadget zum möglichst niedrigen Preis suchte, konnte diese Kombination durchaus attraktiv sein.
Die Nachteile, die es schon damals gab
Selbst in der guten Zeit hatte Gearbest Probleme, die Sie kennen sollten, denn sie sagen viel über diese Art von Shop aus:
- Sehr langsamer Versand aus China/Asien: meist 2–6 Wochen, manchmal sogar 1–2 Monate.
- Mögliche Zollgebühren und Einfuhrumsatzsteuer, die bei der Paketabholung fällig wurden.
- Rücksendungen auf Kosten des Käufers und träge bearbeitet, mit großen Verzögerungen.
- Uneinheitliche Qualitätskontrolle, trotz der angepriesenen Versprechen.
- Langsamer und frustrierender Kundenservice, der bei Problemen kaum zu erreichen war.
- Angegebene Garantie von rund einem Jahr, in der Praxis aber aus dem Ausland nur sehr schwer nutzbar.
Im Grunde sparte man beim Preis, zahlte aber mit Wartezeit, Risiken und mangelnder Sicherheit im Problemfall.
Was passiert ist: der Zusammenbruch 2021
Die Geschichte von Gearbest endete abrupt. Das Mutterunternehmen Globalegrow leitete ein Insolvenzverfahren ein; der Antrag wurde im Juni 2021 in der Provinz Guangdong gestellt. Die Seite gearbest.com verschwand und war etwa ab September 2021 offline.
Die Lage im Inneren war ernst: Die Firma bezahlte weder ihre Lieferanten noch ihre Angestellten, und die Zahl der Mitarbeiter sank von rund 3.000 auf etwa 500 Personen. Die Affiliates, die den Shop bewarben, erhielten ihre Provisionen nicht mehr. Am schlimmsten traf es die Kunden, die Bestellungen bezahlt hatten, die nie mehr versandt wurden: Viele blieben ohne Ware, und ihr Geld zurückzubekommen war hauptsächlich über PayPal oder über eine Kartenrückbuchung (Chargeback) möglich.
Gearbest.ma heute: große Vorsicht
Vielleicht haben Sie online eine Seite namens gearbest.ma gefunden und fragen sich, ob das „der alte Gearbest zurück“ ist. Das ist es nicht. Die Domain-Endung .ma ist marokkanisch, im Dezember 2023 auf eine Privatperson registriert, mit einer kostenlosen Gmail-Adresse als Kontakt. Mit anderen Worten: Es handelt sich um ein anderes Gebilde, das die alte Marke nutzt, nicht um das ursprüngliche Unternehmen Globalegrow.
Die Dienste zur Vertrauensbewertung geben ihr sehr schlechte Noten. Scamadviser und Scam Detector warnen davor, Gridinsoft vergibt rund 12 von 100, und auf Trustpilot liegt die Bewertung bei etwa 2,9. Zu den Beschwerden der Kunden gehören:
- Die Zahlung wurde eingezogen, aber das Produkt wird nicht geliefert.
- Gefälschte Produkte (Fakes).
- Beschädigte oder völlig falsche Artikel im Vergleich zur Bestellung.
- Bedenken hinsichtlich der Sammlung persönlicher Daten.
Das Fazit der Fachleute ist eindeutig: hohes Risiko und höchste Vorsicht.
Fazit: Lohnt sich Gearbest noch?
Den alten Gearbest, den aus der Blütezeit, gibt es schlicht nicht mehr. Und die aktuelle Seite, gearbest.ma, ist ein ungeprüftes und als hochriskant eingestuftes Gebilde. Wenn Sie günstige Elektronik aus Asien möchten, haben Sie sicherere und gut etablierte Alternativen wie AliExpress, wo zumindest die Mechanismen zum Käuferschutz funktionieren.
Unsere Empfehlung lautet, Ihre Kartendaten nicht bei gearbest.ma einzugeben. Falls es dennoch jemand unbedingt versuchen möchte, sollte er ausschließlich Zahlungsmethoden mit Käuferschutz wie PayPal verwenden, damit im Problemfall wenigstens eine Chance besteht, das Geld zurückzuerhalten.
- Pluspunkte (historisch): niedrige Preise, riesiger Katalog, Blitzangebote und häufige Gutscheine.
- Minuspunkte: sehr langsamer Versand, mögliche Zollgebühren, umständliche Rücksendungen, schwacher Support, kaum nutzbare Garantie – und jetzt: das insolvente Originalunternehmen und eine hochriskante aktuelle Seite.
Gearbest – Erfahrungen:
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